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Funlinsen / afokale Kontaktlinsen
Funlinsen sind weiche Kontaktlinsen meistens ohne Stärke, sogenannte afokale kosmetische Kontaktlinsen. Funlinsen sind meistens mit einem Motiv oder einer speziellen Farbe versehen. Bei richtiger Handhabung können sie bis zu 3 Monate getragen werden. Eine regelmässige Nachkontrolle beim Optiker ist auch bei Funlinsen Pflicht. Um mögliche Probleme oder Erkrankungen der Augen durch die Funlinsen auszuschliessen, muss unbedingt alle 12 Monate eine Prüfung der Augen bzw. Kontaktlinsen durch einen Spezialisten durchgeführt werden. Fragen Sie Ihren Optiker oder Augenarzt zu Ihrer jährlichen Routinekontrolle. Diese Kontrollen stellen zudem den Tragekomfort während der täglichen Trage- und Gebrauchsdauer sicher.
Obwohl afokale kosmetische Kontaktlinsen nicht der Korrektur der Sehschärfe dienen, können sie eine Einschränkung der Sehfunktion verursachen. Darum dürfen Funlinsen niemals für den Strassenverkehr verwendet werden. Ebenfalls sind die Funlinsen kein Ersatz für eine Sonnenbrille. Schädliche UV Strahlen werden von diesen weichen Kontaktlinsen nicht absorbiert.
Die Pflege von Funlinsen ist genau gleich vorzunehmen wie bei normalen weichen Kontaktlinsen. Am besten verwendet man Pflegemittel „all in One“ wie Renu oder Complete. Kontaktlinsen in Behälter legen, Flüssigkeit einfüllen, Fertig. Am nächsten Morgen kann man sodann die Kontaktlinsen aus dem Behälternehmen und sofort einsetzten.
Orthokeratologie Linsen
Orthokeratologie Linsen ....Hä?! Diese Kontaktlinsen sind vergleichbar mit einer Zahnspange, die über Nacht getragen wird, nur dass das Auge etwas empfindlicher sein dürfte als unsere Beisser. Die Linsen werden mit äusserster Präzision hergestellt und auf jedes Auge individuell angepasst. Zuvor müssen dem Kunden seine Sehorgane mit einem Keratografen vermessen werden, nur so kann später die Linse die Hornhaut in die richtige Form bringen. Im Gegensatz zur Zahnspange, die man nach geraumer Zeit für immer los ist, müssen die Kontaktlinsen wieder und wieder über Nacht getragen werden, um die Fehlsichtigkeit für 1-2 Tage los zu sein. Eine vollständige Korrektur verspricht nur eine Operation. Die Kosten bewegen sich für beide Verfahren in etwa derselben Preiskategorie so um 3000 Franken.
Farbige Kontaktlinsen
Kontaktlinsen mit Farben versehen werden immer beliebter. Es gibt Kontaktlinsen die die Augenfarbe verändern z.b.in blau, grün, violett, braun und türkis. Sogar für die Fasnacht oder Halloween gibt es sogenannte Motivlinsen oder Funlinsen. Tigeraugen, Reptilaugen, rote Augen, Teufelsaugen, weisse Augen und viele mehr. Zum Autofahren sind die Farbige Kontaktlinsen nur beschränkt geeignet, da mit diesen weichen Linsen das Gesichtsfeld eingeschränkt wird. Das heisst, dass der Rundumblick nicht mehr gewährleistet ist. Auch in der Filmindustrie wird heute häufig mit farbigen Kontaktlinsen nachgeholfen. Für viele Hollywood-Filme wie Matrix, Underworld oder Batman wurden die Schauspieler mit weichen farbigen Linsen ausgerüstet. Jessica Alba ist eine häufige Trägerin von farbigen Kontaktlinsen. Aus der Musikbranche ist Marilin Manson das extremste Beispiel für die Verwendung von Fun Kontaktlinsen.
Keratokonus
Eine besondere Form von unregelmässigem Astigmatismus liegt bei einer krankhaften Veränderung der Cornea, bei Keratokonus vor. Dessen wesentlichstes Merkmal ist eine (manchmal unaufhaltsam fortschreitende) kegelförmige Vorwölbung der Hornhautmitte, die im Vergleich zur normalen Cornea verdünnt ist. Während im frühsten Stadium von Keratokonus mit einer (zumeist myopisch-astigmatischen) Brillenkorrektion noch eine gute Sehleistung erreichbar ist, wird der Astigmatismus mit Zunahme der Hornhautdeformation stärker und unregelmässiger, und die bestmögliche Sehleistung liegt trotz bester Korrektion tiefer als die bisher erreichte Sehschärfe. Unter Umständen muss bald von der Brille auf Kontaktlinsen übergegangen werden, die eine bessere Sehschärfe ermöglichen und gleichzeitig als «Druckverband» wirken. Die formstabilisierende Wirkung der Kontaktlinsen bei Keratokonus ist allerdings umstritten - in zahlreichen Fällen kommt es trotz einwandfrei angepassten Linsen mit der Zeit zu einer weiteren Progression des Konus. Dabei treten dann Trübungen im Bereich der Kegelspitze auf, und in der Descemetschen Membran entstehen Fältelungen. Bei fortgeschrittenem Keratokonus ist oft eine Keratoplastik (Hornhaut Transplantation) unumgänglich.
Ernährung der Hornhaut unter den Kontaktlinsen
Die Ernährung der Hornhaut erfolgt über drei Systeme. Zum einen über den Tränenfilm (Sauerstoff). dann über das Endothel aus dem Kammerwasser (Glucose) und über das feine Gefässsystem der Limbusregion, das Randschlingennetz. Während im Normalfall die feinen Gefässe nur zum Teil durchblutet sind, füllen sich diese bei irgendwelchen Reizzuständen oder Entzündungen und sind dann auch schon von bloßem Auge deutlich zu erkennen (besonders bei übermässigem Tragen der Kontaktlinsen. Nur bei pathologischen Zuständen kommt es zu einem Einwachsen von Gefässen in die Cornea (Neovaskularisation). Nach Beseitigung des Reizes und Wiederherstellung des Gewebes hört die Durchblutung dieser neu gebildeten Gefässe auf. Sie bleiben jedoch weiterhin bestehen und sind mit dem Mikroskop als feine Schatten zu erkennen.
Konservierung
Die Konservierung hat zum Ziel, eine Vermehrung von Keimen zu verhindern. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle schädigenden oder verderbenden Einflüsse (Bakterien, Pilze, Viren) von einem Produkt ferngehalten werden. Aus diesem Grunde müssen die meisten Pflegemittel für Kontaktlinsen mit Konservierungsmittel vermischt werden.
Konservierung wird durch die Zugabe chemischer Stoffe erreicht, die oftmals mit der Wirksubstanz der Desinfektionsmittel identisch sind und sich nur durch eine geringere Konzentration unterscheiden. Konservierungsstoffe greifen Bakterien oder Pilze an oder schädigen sie. Die biochemischen Wirkungsweisen sind unterschiedlich:
• Alkohole und Phenole reichern sich in der Zellmembran an und erhöhen dadurch die Permeabilität der Membran. Dies kann eine Auflösung der Zelle verursachen.
• Quaternäre Amoniumverbindungen lagern sich an der Zellmembran an und bilden Löcher. Dadurch kann das Zytoplasma ausfliessen oder der Wirkstoff in das Zytoplasma eindringen und dort zerstörend wirken.
• Thiomersal und Phenylquecksilbersalze hemmen Membranprozesse durch ihre Einwirkung auf Enzymeund zerstören dadurch die Zellen.
pH-Wert
Der pH-Wert (Pondus hydrogenii oder Gewicht an Wasserstoff) ist abhängig von der Wasserstoffionenkonzentration einer Lösung. Er ist der negative dekadische Logarithmus, der die Aktivität der Wasserstoffionenkonzentration in einer Lösung angibt. Der pH-Wert wird als Vergleichszahl benutzt, um eine Lösung als chemisch sauer, neutral oder basisch zu bezeichnen.
Der pH-Wert der Tränenflüssigkeit liegt zwischen 7,2 und 7,4, er kann aber auch zwischen 7,O und 8,5 liegen. Ist eine gute Übereinstimmung z zwischen Tränenflüssigkeit und Pflegemittel vorhanden, so ist eine optimale Verträglichkeit gewährleistet. Kleinere Abweichungen des pH-Wertes führen nicht unbedingt zu Störungen, pH-Werte unter 7,O erzeugen ein Brennen und geringes Trockenheitsgefühl, pH-Werte über 8,O erzeugen einen Juckreiz.
Abweichungen des pH-Wertes kann zu folgenden Effekten führen:
• wässeriges oder nebliges Sehen
• klebrige Schleimbildung dünne Ablagerungsschicht auf der Oberfläche
• Brennen nach dem Aufsetzen der Kontaktlinsen während 5 Minuten
• conjunktivale Injektion
• allergische Reaktionen, geschwollene Oberlider
• Chemosis
Porosität
Die Permeabilität setzt eine gewisse Porosität oder Löchrigkeit des Materials voraus. Atome oder Moleküle können ein Material nur dann passieren, wenn es Porenkanäle mit entsprechenden Durchmessern enthält. Neben den Porendurchmessern spielen für die Permeabilität zusätzlich noch der elektrische Ladungszustand und die Polarität der am Prozess beteiligten Partikel eine wichtige Rolle.
Die sehr kleinen Porendurchmesser bei den stabilen Linsenmaterialien lassen höchstens Gasmoleküle (Sauerstoff und Kohlendioxid) durch die Porenkanäle; ähnliches gilt auch für Silikonkautschuk.
Osmotischer Druck
Der osmotische Druck steht für die osmotischen Kräfte, die für die Wasserbewegungen verantwortlich sind.
Der osmotische Druck beschreibt zahlenmässig den das Gleichgewicht aufrechterhaltenden Druckunterschied.
Er ist zahlengleich dem Gasdruck, den der gelöste Stoff ausüben würde, wenn er bei gleicher
Temperatur sich als Gas in dem Raum befinden würde, den die Lösung einnimmt.
Osmose
Als Osmose wird der selektive Durchtritt von Stoffen durch eine teildurchlässige Membran bezeichnet, die zwei Flüssigkeiten mit verschiedenen Konzentrationen trennt. Es ist eine behinderte Diffusion.
Diffusion
Die Diffusion stellt den passiven Stofftransport aus einem Bereich mit höherer Stoffkonzentration in einen Bereich mit niederer Stoffkonzentration dar. Die beiden Bereiche sind nicht getrennt voneinander.
Permeation
Die Permeation stellt den Stofftransport durch eine Membran dar, die zwei Bereiche unterschiedlicher Stoffkonzentrationen trennt. Die Membran ist für gelöste Stoffe und das Lösungsmittel durchlässig.
Sauerstoffpermeabilitätskoeffizient (DK)
Der Sauerstofftransport durch ein Linsenmaterial ist von zwei Sachen abhängig: erstens von der Sauerstoffdiffusionsfähigkeit und zweitens vom Sauerstofflöslichkeitsvermögen in einem Kontaktlinsenmaterial. Für die Diffusion ist hauptsächlich die Struktur des Kunststoffes (Anordnung der einzelnen Polymerketten der Kunststoffverbund-Poren) verantwortlich. Für die Löslichkeit des Sauerstoffes in Polymeren sind die am Aufbau beteiligten Atome (Silizium, Fluor) bzw. deren Elektronenkonfigurationen verantwortlich.
Tonizität
Die Tonizität wird für den osmotischen Druck im physiologischen Bereich verwendet. Hat eine Lösung den gleichen osmotischen Druck wie die zum Vergleich herangezogene KörperfIüssigkeit, dann ist sie isotonisch.
Ist ihr osmotischer Druck geringer, dann ist sie hypotonisch, ist ihr osmotischer Druck höher, dann ist sie hypertonisch.
Normalerweise sind die Zellflüssigkeit (z.B. in Hornhautepithelzellen) und die Tränenflüssigkeit isotonisch. Der osmotische Druck entspricht einer etwa 0,9 S6igen Kochsalzlösung. Man spricht von einer physiologischen Kochsalzlösung.
Wasseraufnahmevermögen
Das Wasseraufnahmevermögen zeigt, wieviel Gewichtsprozent Wasser ein bestimmtes Material mit einem vorgegebenen Trockengewicht aufnimmt. Nimmt das Material gewichtsmässig mehr Wasser auf, als es Trockensubstanz enthält, so ist das Wasseraufnahmevermögengrösser als 100%.
Wassergehalt
Der Wassergehalt gibt an, wieviel Gewichtsprozent Wasser ein bestimmtes Material mit einem vorgegebenen
Feuchtgewicht enthält. Für die Praxis ist diese Angabe sinnvoller.
Kosmetische Linsen
Kontaktlinse, die das Aussehen des Auges verändert, ohne eine therapeutische Funktion zu erfüllen.
Iris-Kontaktschale
Kontaktschale mit Nachbildung von Iris und Pupille
Kontaktschale
Schale, die unmittelbaren Kontakt mit dem vorderen äusseren Augenabschnitt hat, aber nicht als Sehhilfe dient (Röntgenschutzschale, Schale für Röntgendiagnostik, Symblepharonschale, Walserschale etc.)
Harte und weiche Linsen
Man unterscheidet prinzipiell zwei Arten. Die harten oder auch hartflexiblen Kontaktlinsen und die weichen Kontaktlinsen. Die Unterschiede bestehen im Wesentlichen im Material und im Durchmesser der Linsen. Während die harten Linsen aus relativ festem Material bestehen und recht klein sind (etwa 8 bis 11 mm) sind die weichen Linsen aus einem spürbar elastischeren Material und haben auch einen deutlich größeren Durchmesser, zumeist zwischen 13.5 bis 15 mm. Beide Linsenarten schwimmen auf dem Tränenfilm, wobei die weichen etwas mehr auf dem Auge haften als die harten.
Bei den weichen Kontaktlinsen gibt es wieder die Unterscheidung zwischen Langzeitlinsen, also solchen die man viele Monate tragen kann, und den Tauschmodellen, die in kürzeren Abständen, etwa aller 4 Wochen, 2 Wochen, einer Woche oder auch nur nach einen Tag ausgewechselt werden.
Bifokallinsen
Kontaktlinsen mit zwei optischen Zonen unterschiedlicher dioptrischer Wirkung d.h. für die Ferne (zum Autofahren) und für die Nähe (zum Lesen)
Progressive Kontaktlinsen
Die progressiven Linsen haben die gleiche Aufgabe wie die Bifokal Kontaktlinsen. Sie sorgen für eine scharfe Sicht in die Ferne und in die Nähe. Meistens weisen Progressive Linsen konzentrische Kreise auf, in denen abwechslungsweise mal die Stärke in die Nähe und in die Ferne sich befindet. Je nachdem wie man durch die Kontaktlinsen hindurchschaut, sieht man entweder in die Ferne oder in die Nähe scharf. Das ist eigentlich ein geniales System, da diese Multifokalen Linsen die Lesebrillen ersetzen. Solche Kontaktlinsen gibt es als Monatslinsen, Jahreslinsen und Tageslinsen
. Alle Hersteller wie Ciba Vision
, Johnson & Johnson
und Bausch & Lomb
bieten diese Progressiven Linsen an.
Dauertragelinsen
Diese Linsen bleiben etwa einen Monat auf dem Auge und werden vom Augenarzt gereinigt und regelmässig kontrolliert; meist medizinisch begründet.
Hydrogellinse
Das ist eine weiche Kontaktlinse, die Wasser enthält z.b. Monatslinsen von Focus Monthly oder Acuvue Advance von Johnson & Johnson. Falls diese weichen Linsen für längere Zeit ohne Wasser aufbewahrt wurden, müssen diese entsorgt werden. Die Formstabilität und das Sitzverhalten dieser dehydrierten Linsen kann die Hornhaut negativ beeinflussen. Für mich persönlich sind zurzeit die besten weichen Kontaktlinsen auf dem Markt die Acuvue Oasys von Johnson & Johnson.
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